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Endlich: Bündnis für gute Pflege gegründet

14. Februar 2012 Aktuell Leave a comment

BERLIN | “Wir können und wollen die Situation in der Pflege nicht mehr länger hinnehmen”, erklärten das AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker, DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach und der Präsident des Sozialverbandes Deutschland Adolf Bauer im Namen der zehn Partner aus Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie weiteren Organisationen im Rahmen ihrer heutigen Pressekonferenz zur Gründung des Bündnisses für gute Pflege. Ziel des Bündnisses sei es, die Situation der pflegebedürftigen sowie pflegenden Menschen in Deutschland zu verbessern.

Zur Situation der Pflege erklärte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) Adolf Bauer: “Millionen Menschen in unserem Land sind vom Thema Pflege unmittelbar betroffen. Von den rund 2,4 Millionen als pflegebedürftig anerkannten Menschen werden zwei Drittel zu Hause und ein Drittel in stationären Einrichtungen gepflegt. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen erwarten, dass endlich eine umfassende Pflegereform auf den Weg gebracht wird.”

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hält es dringend für erforderlich, dass Pflegeberufe aufgewertet werden. Sie fordert die Verbesserung der Personalbemessung und der Ausbildungsbedingungen, eine familienfreundliche Arbeitsplatzgestaltung und deutlich höhere Einkommen in der Pflege. Billig-Pflege dürfe keine Zukunft haben
AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker warnte davor, dass gute Pflege zu einem Armutsrisiko würde. Sie dürfe weder die Pflegebedürftigen selbst, noch deren Angehörige arm machen. Deshalb müsse die Finanzierung solidarisch und paritätisch erfolgen.

www.buendnis-fuer-gute-pflege.de

Ex-Bundespräsident Scheel: Gesellschaft krankt an menschlicher Verrohung

6. Februar 2012 Aktuell Leave a comment

Ex-Bundespräsident Walter Scheel und die Ehefrau des dementen Tübinger Rhetorikers Walter Jens, Inge Jens, haben »katastrophale Zustände« in der Altenpflege beklagt. »Es ist doch ein Skandal, dass Deutschland, dieses wohlhabende Land, kein Geld hat, seine alternde Bevölkerung auch außerhalb von Familien würdevoll bis zum Tode zu versorgen«, schrieb der 92-jährige Scheel in einem Beitrag für die »Süddeutsche Zeitung«. Die fast 85-jährige Inge Jens kritisierte: »Die Normen, die bei der Pflege von Demenzkranken angelegt werden, sind grotesk.«

Scheel sieht »katastrophale Zustände in Alters- und Pflegeheimen, von der persönlichen Geringbetreuung aus Personalmangel ganz zu schweigen, finanziert über ein akribisches Abrechnungssystem nach Modulen, wo jede kleinste ‘Dienstleistung’ der Pfleger am Monatsende berechnet wird!« Dies sei Anlass zur Scham: »Unhaltbar, solche Verhältnisse! Unsere Gesellschaft krankt auch in diesem Bereich immer mehr an einer menschlichen Verrohung.«

Jens berichtete: »Ich muss mir zum Beispiel jedes Vierteljahr bescheinigen lassen, dass mein Mann auch wirklich immer noch dement ist. Es könnte ja sein, dass er schon nicht mehr dement ist und wir immer noch 600 Euro im Monat für seine Betreuung bekommen. Ich finde das empörend«.

Frauen ab 80 öfter pflegebedürftig

1. Februar 2012 Aktuell Leave a comment

WIESBADEN | Im Dezember 2009 waren 2,34 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Der Anteil der Pflegebedürftigen an der gesamten Bevölkerung in Deutschland betrug somit 2,9%.

Bei den 70- bis unter 75-Jährigen knapp 5% pflegebedürftig, bei den ab 90-Jährigen 59%
Mit zunehmendem Alter sind Menschen in der Regel eher pflegebedürftig. Während bei den 70- bis unter 75-Jährigen “nur” jeder zwanzigste (4,7%) pflegebedürftig war, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an allen Menschen dieser Altersgruppe betrug dabei 59,1%.

Auffallend ist, dass Frauen etwa ab dem achtzigsten Lebensjahr eine deutlich höhere Pflegequote aufwiesen – also eher pflegebedürftig sind als Männer dieser Altersgruppen. So beträgt z. B. bei den 85- bis unter 90-jährigen Frauen die Pflegequote 41,6%, bei den Männern gleichen Alters hingegen lediglich 28,3 %.

Neben Unterschieden in der gesundheitlichen Entwicklung bei Frauen und Männern kann ein Faktor für diesen Verlauf der Pflegequoten auch das differierende Antragsverhalten bei Männern und Frauen sein:
Ältere Frauen leben häufiger alleine. Bei Pflegebedarf kann schneller die Notwendigkeit bestehen, einen Antrag auf Leistungen zu stellen, während die pflegebedürftigen Männer häufig z. B. zuerst von ihren Frauen versorgt werden. Entsprechend wird zunächst auf eine Antragstellung verzichtet.

Insgesamt betrachtet waren rund zwei Drittel (68,0 %) der Pflegebedürftigen 75 Jahre und älter. Die zahlenmäßig stärkste Altersgruppe waren dabei die 85- bis unter 90-Jährigen (509 000 bzw. 21,8%).

67,0% – also die klare Mehrheit der gesamten Pflegebedürftigen – waren Frauen.
Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung insgesamt (Pflegequote) variierte zwischen den Bundesländern: Den Höchstwert wies Mecklenburg-Vorpommern mit rund 3,7% auf. Danach folgten Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg mit 3,4%. Geringe Anteile lagen für Baden-Württemberg (2,3%) und Bayern (2,5%) – also im Süden der Republik.

Auf Kreisebene höchster Anteil im Landkreis Osterode …

Auf Ebene der Kreise lag der höchste Anteil mit 5,1% im Landkreis Osterode am Harz in Niedersachsen vor. Danach folgten mit jeweils 4,9% der Werra-Meißner-Kreis in Hessen sowie die kreisfreien Städte Passau (Bayern) und Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Die kreisfreie Stadt Hof (Bayern) hatte mit rund 4,8% den fünfthöchsten Anteil.

… niedrigster in den Landkreisen Freising und Erding
Demgegenüber war der geringste Anteil der Pflegebedürftigen in den bayerischen Landkreisen Freising (1,5%) und Erding (1,6%) feststellbar. Dem folgten die Landkreise Tübingen (1,7%) in Baden-Württemberg, Oberallgäu in Bayern und Ludwigsburg in Baden-Württemberg (beide 1,8%). Die beiden Städte mit dem geringsten Anteil waren München (Bayern) mit 1,8% und Stuttgart (Baden-Württemberg) mit 1,9 %.

Immer weniger Pflegekräfte in Deutschland

24. Januar 2012 Aktuell Leave a comment

BONN | Es gibt in Deutschland deutlich weniger Pflegepersonal als bisher angenommen. Dies berichtet Forum aktuell in seiner neuesten Ausgabe und bezieht sich dabei auf eine Studie des Deutschen Pflegerats (DPR). Während das Statistische Bundesamt für 2009 von ca. 1,5 Mio. Beschäftigten in Pflegeberufen ausginge, käme die DPR-Studie auf lediglich ca. 1,2 Mio. beschäftige Pflegekräfte, so der Info-Dienst.

Die Analyse der Daten amtlicher Statistiken habe zudem ermittelt, dass es 1999 bis 2009 zwar einen Beschäftigungszuwachs in der Pflegegegeben hätte, dieser aber vor allem auf eine starke Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen sei. Während die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen um ca. 200.000 oder 23% gestiegen sei, habe die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 210.000 oder 60 % zugenommen. Mittlerweile seien mehr als 50 % aller Pflegekräfte nur teilzeitbeschäftigt.

Der starke Anstieg der Teilzeitbeschäftigung in der Pflege sei laut Studie nicht primär auf familiäre Gründe der Pflegekräfte zurückzuführen. Hauptgrund sei vielmehr, dass Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen frei werdende Stellen in den letzten Jahren zunehmend nur noch als Teilzeitstellen ausschrieben, um Personal flexibler einsetzen zu können.

Klassische Personalentwicklung hilft nicht bei Burn-out und Bore-out

21. Januar 2012 Aktuell Leave a comment

Eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hat die Zufriedenheit von Arbeitnehmern untersucht und dabei Daten von 1984 bis 2009 ausgewertet. Eine der Hauptursachen der zunehmenden Arbeitsunzufriedenheit ist die steigende Arbeitsbelastung der Berufstätigen. „Der immer stärkere internationale Wettbewerb sowie die steigende Verdichtung von Arbeitsprozessen fördern zu dem noch den Druck auf die Beschäftigten“, sagt der Ratinger Personal- und Organisationsexperte Ralf Overbeck. „Unternehmen müssen deshalb Menschen statt Mitarbeiter entwickeln“, so Overbeck.

„Die klassische Personalentwicklung berücksichtigt primär die betrieblichen Erfordernisse und vernachlässigt zu einem Großteil die individuellen Bedürfnisse und privaten Herausforderungen der Menschen“, stellt Overbeck heraus. Die steigende Anzahl von Burn-out-Fällen sowie Erkrankungen durch Arbeitsüberforderung oder -unterforderung zeigen, dass hier ein großer Handlungsbedarf in den Unternehmen existiert. In den meisten Unternehmen wird immer noch nach dem „besten“ Mitarbeiter oder Bewerber für eine Stelle oder einen Job gesucht. Overbeck warnt davor, das dieser Ansatz der Personalentwicklung und Personalauswahl weder zielführend noch nachhaltig ist. Da die Führung und Kommunikation meistens auf Misstrauen basiert, führt sie zu einer Sinnleere bei den Mitarbeitern. Der Wunsch des Menschen nach Entfaltung und Kontinuität bleibt im Arbeitsalltag mehr und mehr auf der Strecke.

Overbeck rät: „Unternehmen müssen sich intensiver mit den Menschen im Unternehmen befassen und Sie emotional begleiten. Menschen brauchen das Gefühl von Wertschätzung und Perspektive. Nur so kann eine ziel- und bedürfnisorientierte Entwicklung von Menschen in Organisationen stattfinden.“ Menschen erwarten schon heute mehr von Ihren Chefs als reines Fachwissen. Sie wollen sich auch im Arbeitsalltag entfalten können, ihre Talente einbringen und wertgeschätzt werden. „Nur wenn wir künftig in den Unternehmen Menschen in ihrer Gesamtheit entwickeln und nicht Mitarbeiter oder gar eine Human Ressource, sind Unternehmen in der Lage mit motivierten Menschen zu wachsen und die unternehmerischen Herausforderungen zu meistern sowie die persönlichen Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen“, sagt Overbeck, „wir brauchen eine „Life-Balance“ um Menschen und Organisationen nachhaltig zu entwickeln“.

Weisse Liste unterstützt bei der Suche nach dem passenden Pflegeheim

9. Januar 2012 Aktuell Leave a comment

Das unabhängige und nicht-kommerzielle Internetportal “Weisse Liste” bietet einen neuen Service: Ab sofort können sich Pflegebedürftige und Angehörige über das Angebot von insgesamt rund 12.000 Pflegeheimen erkundigen. Als erstes Portal in Deutschland informiert die Weisse Liste bundesweit über aktuell freie Plätze in den Einrichtungen. Interessierte können zudem die Serviceangebote und die voraussichtlichen Heimkosten miteinander vergleichen. Eine individuelle Checkliste hilft, die Besichtigung in Frage kommender Pflegeheime gezielt vorzubereiten und vor Ort die richtigen Fragen zu stellen. Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

“Wir möchten Pflegebedürftige und Angehörige bei der Auswahl eines Pflegeheims unterstützen. Sie sollen sich sicherer mit ihrer Entscheidung fühlen”, sagt Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Der Umzug in ein Pflegeheim sei oft mit großer Verunsicherung verbunden. Häufig müsse die schwierige Entscheidung in kurzer Zeit getroffen werden, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt. Ratsuchende könnten sich in der Weissen Liste nun erkundigen, welche Pflegeheime in ihrem Umfeld in Frage kommen. “Mithilfe der Checkliste können sie anschließend vor Ort überprüfen, welche der Einrichtungen am besten ihren Bedürfnissen entspricht”, so Mohn.

“Bei der Auswahl eines Pflegeheims spielen viele unterschiedliche Aspekte eine Rolle”, sagt Werner Kubitza, Sprecher des FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN Gesamtverband und Partner des Projekts Weisse Liste. Den meisten Pflegebedürftigen und Angehörigen sei es wichtig, dass sich die Einrichtung in der Nähe des Wohnorts befinde. Ebenso seien die Kosten von entscheidender Bedeutung. “Wichtig ist den Menschen, dass sie gut versorgt und die Bewohner in der Einrichtung respektvoll behandelt werden”, so Kubitza. Die Betroffenen besichtigten normalerweise zwei bis drei Pflegeheime, bevor sie sich entscheiden. Das Angebot der Weissen Liste helfe ihnen, dabei gezielt vorzugehen.

Die Informationen der Weissen Liste zu freien Plätzen, Kosten und Serviceangeboten beruhen auf Selbstangaben der Pflegeheime. Die Pflegeheim-Checkliste kann individuell zusammengestellt werden. Die Nutzer können dabei aus bis zu 200 Fragen wählen, die für sie bei der Auswahl eines Pflegeheims von Bedeutung sind. Ergänzt ist das Angebot des Portals um Informationen zu weiterführenden Beratungsmöglichkeiten. So zeigt die Weisse Liste etwa an, welche Pflegeberatungsstelle sich in der Nähe des jeweiligen Nutzers befindet. Dafür greift sie auf eine neue Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zu. Die Weisse Liste ist seit 2008 online abrufbar. Das Patientenportal bietet außerdem Unterstützung bei der Suche nach dem passenden Arzt oder dem geeigneten Krankenhaus.

Zur Weissen Liste: Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE (BAG SELBSTHILFE), Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN Gesamtverband, Sozialverband VdK Deutschland und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die Initiatoren wollen mit dem Internetportal www.weisse-liste.de eine individuelle Entscheidungshilfe für Patienten und Angehörige zur Verfügung stellen und für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen.

Protest gegen Wegfall der Förderung für altersgerechte Wohnungen

3. November 2011 Aktuell Leave a comment

BONN | Das Generationen Netzwerk für Deutschland (GND e.V.) bekommt für seine Initiative zum Erhalt der Umbau-Förderung für altersgerechte Wohnungen prominente Unterstützung. Bremens ehemaliger Bürgermeister Dr. Henning Scherf setzt sich mit dem GND für die weitere Auszahlung der günstigen KfW-Kredite und Zuschüsse durch die staatliche Bank ein. GND-Vorstand Claudia Rutt erläutert: “In Deutschland fehlen noch immer etwa 2,5 Millionen Barriere freie Wohnungen, in denen auch ältere Menschen selbstständig leben können. Hier muss dringend etwas getan werden.”

In Deutschland fehlen aktuell rund 2,5 Millionen altersgerechte Wohnungen. Trotzdem will die Bundesregierung das seit zwei Jahren erfolgreiche Förderprogramm zur Sanierung von altersangepasstem Wohnraum kippen. “Das darf nicht sein”, fordert GND-Vorstand Claudia Rutt, “angesichts des demografischen Wandels brauchen wir künftig sogar noch mehr Barriere freie Wohnungen.” Unterstützt wird diese Forderung des GND von Bremens Ex-Bürgermeister Henning Scherf. Der erfahrene Politiker betont, “dass die überwiegende Mehrheit der Menschen im Alter unabhängig und zu Hause leben will.” Scherf sieht die Regierung auch in der Pflicht, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und “die freie Wahl des Wohnraums” zu garantieren.

Umfragen belegen den Wunsch älterer Menschen, auch im Rentenalter in ihrer angestammten Umgebung zu bleiben. Nur 15 Prozent planen ihren Lebensabend im Heim, wohingegen mehr als die Hälfte bereit ist, den eigenen Wohnungsumbau mit zu finanzieren, wenn dies die Selbstständigkeit erhält. Seit 2009 bietet die KfW zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für sanierungswillige Bauherren. Bis heute wurden damit “insgesamt 3.580 Kreditanträge mit einem Gesamtvolumen von über 242 Millionen Euro für Maßnahmen in 23.000 Wohnungen bewilligt”, so eine Aufstellung aus dem BMVBS.

Leider aber muss die KfW aktuell auf ihrer Webseite melden, dass “aufgrund der aktuellen Situation” eine “Fortführung in 2012 nicht gesichert” sei. Dabei zeigt die Bilanz, dass die staatliche Förderung nicht nur ein Vielfaches an Investitionen anschiebt. “Zugleich spart sie den Kommunen Geld, weil die Menschen in den sanierten Wohnungen bleiben und ein Umzug ins Heim unnötig wird”, sagt der ehemalige Bremer Regierungschef Scherf.

Dem Argument folgte die Bundesregierung sogar, als sie im Juni 2010 auf die Anfrage der Grünen antwortete, dass sich die Förderung aus diesen Gründen “verstetigen” solle. “Wenn man den Bedarf und die vorliegenden Zahlen im Wohnungsbestand sieht, handelt die Bundesregierung also wider ihr eigenes Wissen”, kommentiert GND-Vorstand Claudia Rutt den Plan von Bundesbauminister Ramsauer, die Förderung im Zuge der Debatte um den neuen Bundeshaushalt zu streichen.

Altenpflege: Zurück zur kommunalen Bedarfsplanung?

15. Oktober 2011 Aktuell Leave a comment

“Wir müssen angesichts der Herausforderungen in der Pflege schnell Antworten finden.” Landespflegeministerin Barbara Steffens hat alle Akteure in der Pflege aufgerufen, stärker die Entwicklung von Quartiersstrukturen für Altere in den Blick zu nehmen. Auf der Fachtagung der NRWLandesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in Köln sprach sich die Ministerin am Morgen dafür aus, die Wohnquartiere neu aufzustellen und auch stationäre Einrichtungen verstärkt in die Nachbarschaft zu öffnen.”Wir werden immer mehr Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarfen haben und immer weniger, die diese Arbeit leisten können”, fasste Steffens die demografischen Herausforderungen zusammen und stellte klar, dass es sich dabei nicht um ein Phänomen der fernen Zukunft handelt. “2032 werde ich selbst 70 sein. Wir reden über die Pflegestrukturen, die uns alle betreffen”, sagte die Ministerin vor rund 180 Fachbesuchern der Tagung.

Steffens verwies auch auf die Chancen von Prävention durch eine erweiterte medizinische und pflegerische Versorgung im Alter. Auch durch barrierefreie Wohnangebote könnten Heimeinzüge oftmals deutlich verzö- gert werden. Dafür forderte Steffens “barrierefreie Quartiere mit Versorgungssicherheit”, um älteren Menschen dort ein langes selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Solche strategischen Allianzen auf lokaler Ebene hält auch der renommierte Pflegeplaner Prof. Dr. Gerhard Naegele für notwendig. In seinem Vortrag forderte der Direktor des Instituts für Gerontologie an der TU Dortmundgemeinsame Entwicklungskonzepte von Pflegeanbietern, lokalem Handwerk und der Finanzierungsinstitute. Es gehe “nicht nur um Bauen und Architektur”, sondern um eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse älterer Menschen, betonte Naegele. Angesichts der wachsenden Individualisierung des Alterns müssten Träger und Anbieter noch stärker auf diese Bedarfslagen eingehen.

“Hier sehe ich eine wichtige kommunale Steuerungsverantwortung. Pflegeplanung muss heute mehr sein als Pflegebettenplanung”, sagte Naegele vor allem an die Adresse der zahlreichen kommunalen Vertreter. Sie müssten ihre vielerorts gute Planung auch auf die Bereiche Wohnen und komplementäre Dienstleistungen ausweiten. Dazu sei eine seriöse Pflegebedarfsplanung notwendig, die regionale Besonderheiten berücksichtige, aber nicht zu einer Wettbewerbsverhinderung werde. Auf
der Grundlage einer “kommunalen Letztverantwortung für die Daseinsvorsorge” forderte Prof. Naegele mehr kommunalpolitisches Engagement bei der Gestaltung der zukünftigen Pflegestrukturen.

“Die Instrumente dazu haben die Kommunen längst”, ist der bpa-Landesvorsitzende in NRW Christof Beckmann überzeugt. Den Städten und Gemeinden wurde zwar durch das Bundessozialgericht bereits vor Jahren das Instrument einer verbindlichen Bedarfssteuerung genommen. “Umso
wichtiger ist deshalb, dass die Kommunen im Rahmen einer Bedarfsplanung die notwendigen Hilfen für eine Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgungsangebote bereitstellen”, so Beckmann.

MDK muss mindestens zehn Pflegebedürftige befragen

27. September 2011 Aktuell Leave a comment

In einem Rechtsstreit zwischen einem ambulanten Krankenpflegedienst und den Pflegekassen ist die Veröffentlichung der ermittelten Pflegenoten erneut gerichtlich untersagt worden. Dies berichtet das Forum Sozialstation in seiner neuesten Ausgabe. Nach einem Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Sachsen-Anhalt darf ein Transparenzbericht nicht veröffentlicht werden, weil die MDK-Prüferinnen bei der Stichprobe eine zu geringe Anzahl von Pflegebedürftigen befragt haben. Von den 87 Klienten des Pflegedienstes wurden lediglich sechs in die Prüfung einbezogen. Es handelte sich um eine Wiederholungsprüfung.

Der Pflegedienst hatte sich nach der Überprüfung durch den MDK gegen widersprüchliche Aussagen und die damit in Zusammenhang stehende sehr kritische Bewertung zur Wehr gesetzt. Unter anderem hatte der Prüfbericht den Hinweis enthalten, die Patienten bekämen nichts zu essen und zu trinken, Wunden würden nicht versorgt und die Ausscheidung würden nicht kontrolliert. Andererseits hatten die Prüferinnen den guten Zustand der Patienten gelobt. Zuvor hatte bereits das Sozialgericht Halle die Veröffentlichung des Berichts untersagt.

Nach Auffassung des Landessozialgerichts ist die Veröffentlichung dennoch grundsätzlich zulässig. Die Beschränkung der Stichprobe auf nur einige wenige Pflegebedürftigen lasse indessen keine Messung der Pflegequalität auf einer statistisch gesicherten Grundlage erkennen. Deshalb müsse die Stichprobe auf zehn befragte Personen erhöht werden. Das LSG nahm dabei Bezug auf die wissenschaftliche Evaluation zur Beurteilung der Transparenzvereinbarungen. Danach ist die Mindesteinbeziehung von nur fünf auf zehn Personen zu erhöhen, um die Verlässlichkeit der Qualitätsmessung zu steigern. (Az.: L 4 P 44/10 B ER)

Zufriedene Bewohner, engagiertes Personal

18. September 2011 Aktuell Leave a comment

Die Menschen in Bonn werden älter – somit auch pflegebedürftiger. Mit einem ausreichenden Versorgungsangebot bereitet sich die Stadt auf die Folgen der demografischen Entwicklung vor. Quantität bedeutet aber nicht gleich auch Qualität. Sicherheit für gute Pflege und Betreuung bietet das Ernst-Stoltendorff-Haus in Bonn-Bad Godesberg. Was die diakonische Einrichtung zu bieten hat, können Interessierte am 17. September 2011 zwischen 10 und 16 Uhr im Rahmen eines Tages der offenen Tür begutachten. Mehr… »

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